Ich war schon immer geduldig. Zumindest mit anderen.

Mit mir selbst war ich das nie. Ich bin noch immer mein härtester Kritiker und lange war es mein Ziel, so schnell und so geradlinig wie möglich irgendwo anzukommen. Beruflicher Erfolg, klarer Plan. Geradlinig nach dem, was die Gesellschaft irgendwann einmal als Effizienz definiert hat.

Das Leben hat mich herzlich ausgelacht.

Denn ganz ehrlich, kein Plan überlebt den ersten Kontakt mit der Realität unverändert. Früher hat mich das nervös gemacht, inzwischen habe ich es zu schätzen gelernt. Nicht weil es leichter geworden ist, sondern weil ich verstanden hab dass Wachstum selten bequem ist und dass die Umwege oft die interessanteren Pfade sind.

Es ist kein leichtes Los, mit Anfang dreißig nochmal neu anzufangen. Oder in meinem Fall: eine längst überfällige Reise endlich weiterzuführen. Es ist anstrengend. Manchmal einsam. Weil viele im Umfeld nicht verstehen warum man einen vergleichsweise sicheren Job verlässt um „irgendwas mit Medien zu machen.“

Aber jeden Tag spüre ich wie richtig diese Entscheidung war.

Und dafür, dass ich sie treffen konnte, so hart es manchmal auch ist, bin ich dankbar.